Das erste Radrennen: Ein Rückblick

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Wie lief das erste Radrennen? Mit diesem Artikel möchte ich euch einen Überblick geben. Wie habe ich mich vorbereitet? Was war Top und was eher ein Flop? Was möchte ich beim nächsten Mal besser machen?

Ein paar Facts vorweg:

  • Ich habe vor etwa einem Jahr mit dem Radsport angefangen. Davor bin ich sporadisch gelaufen und war sonst mehr in Fitnesskursen „Zuhause“ bzw. habe selbstständig im Fitnessstudio trainiert (sowohl Ausdauer als auch Kraft).
  • Ich bin nicht mit 0,0 Vorwissen oder Training ins Rennen gegangen: Mein Sportstudium hat mir hier (vermutlich) doch ein wenig geholfen
  • Die Anmeldung für die Cyclassics war 4 Wochen vor dem Start – also recht spontan.

Radrennen

Anmeldung für das erste Radrennen: Was sprach dagegen – was dafür?

Soweit, so gut. Wie kommt man auf die bekloppte Idee sich 4 Wochen vor dem Rennen noch anzumelden? Nennen wir es liebevoll „Gruppenzwang“. Mit dem Gedanken habe ich davor schon eine Weile gespielt, aber ihr kennt sicherlich die „Aber“ im Kopf. Meine „Aber“ waren:

  • Verletzungsgefahr vor dem Urlaub: „Es könnte ja was passieren“
  • Ach, eigentlich mag ich ja Menschenmassen prinzipiell nicht
  • Habe ich genug trainiert?
  • Ich müsste sonntags viel zu früh aufstehen
  • StressStressStress
  • Mimimi

Wie dem auch sei: Spontan wie ich bin, habe ich den Sprung ins kalte Wasser gewagt.

Trainingsvorbereitung für das erste Radrennen

Vorbereitung für das erste Radrennen
Vorbereitung für das erste Radrennen

Wie bereits angekündigt: Das Rennen kam etwas plötzlich (aber irgendwie auch nicht :D), daher war die Vorbereitung auch nicht ganz so umfassend und nur aufs Rennrad spezialisiert.

Was gibt´s an Training zu verzeichnen?

Ich war über das ganze Jahr aktiv. Insgesamt hatte ich circa 1200 Rad-Kilometer in den Knochen und 220 Lauf-Kilometer. Keine Extremleistung, aber auch nicht nichts. Zusätzlich noch die Trainings im Fitnessstudio.

Funfact am Rande – hihi: Laut Runtastic müsste ich übrigens insgesamt 45.000 kCal verbrannt haben – demnach spargeldünn sein :D. Bin ich nicht. Warum eigenlich nicht?! :))

Die Rennrad-Einheiten waren davon unterschiedlich lang. Mal morgens 10 Kilometer zur Arbeit (und abends zurück), mal 30 Kilometer im Fitnessstudio auf dem Ergometer und mal 60-Kilometer auf dem Rennrad. Über 60-Kilometer bin ich selten gefahren. Ihr seht den Grund, weshalb ich mich nicht für die 100er-Strecke angemeldet habe …

Rundum: Ich fühlte mich für das erste Radrennen nicht extrem optimal vorbereitet, aber auch nicht sonderlich schlecht. In erster Linie sollte es ja auch ums „Reinkommen“ und „Wettkampfluft schnuppern“ gehen.

Die Woche vor dem ersten Rennen

Das Rennen war am Sonntag, den 19.8. Ich hatte 8 Tage vor dem Rennen noch eine schnelle und schweißtreibende Fahrt auf dem Fahrradergometer (40 Kilometer). Um im Tritt zu bleiben, habe ich mich am Mittwoch nochmal für eine gemütliche 40 Kilometer-Tour (+ Arbeitsweg 20 Kilometer) aufs Rennrad geschwungen. Ansonsten habe ich die Füße stillgehalten und mich einfach nur erholt. Übrigens eine Wohltat sich mit ruhigem Gewissen zurücklehnen zu können. Herrlich!

Der Tag vor dem Rennen ist übrigens auch noch erwähnenswert: Die Akkreditierung ist eine Sache, aber das Anbringen der Fähnchen, Startnummer usw. dauert auch nochmal seine Zeit.

Tag X: Das erste Radrennen

Aufstehen, dingeling

Und da war er dann: Der Renntag, der Tag X, das erste Radrennen. Für mich viel zu früh. Der Wecker klingelt um 5:15 Uhr und der erste Gedanke war tatsächlich: „Warum tue ich mir das an?“

Ich hatte mir glücklicherweise schon alles bereit gelegt (bzw. Dennis für mich, höhö): Rennradoutfit, Helm, Handschuhe, Brille, Schuhe, Wasserflasche und Riegel.

Meine Wasser habe ich mir übrigens mit dem Gel/Wasser von Dextro Energy aufgepimpt. Gefühlt hat es mir schon was gebracht. Gefühlt. Tatsächlich? Keine Ahnung.

Das Rennen

Spulen wir mal ein wenig nach vorne: Ich fuhr gemütlich mit der S-Bahn in die City und habe zunächst meine Tasche abgegeben und dann ging´s schon an den Start. Help! Ich war ganz froh nicht komplett alleine zwischen Tausenden von Unbekannten zu stehen, sondern Sarah an meiner Seite zu haben. Danke an dieser Stelle!

Recht plötzlich ging das Spektakel dann auch los. Ich konnte weder Strava noch Runtastic mehr einschalten, da schob sich die Menge schon langsam nach vorne. Die ersten Kilometer waren auch noch recht entspannt vom Tempo, nicht von den Menschenmassen. Überholen war zunächst kaum möglich …

Einige Kilometer später entspannte sich das Feld. Unser Vorhaben mit „wir fahren gaaanz entspannt und schauen erstmal“ gelang uns auch nur für kurze Zeit. Irgendwann kam der Geschwindigkeitsrausch und die Umgebung flog nur an uns vorbei. Yes, ich hab Spaß, ich geb Gas! Darum bin ich also aufgestanden und habe mir den ganzen Stress gegeben. Jippih! Einige Kilometer weiter dann kurzzeitig die Bedenken „huch, ich spüre meine Beine schon. Sind wir nicht zu schnell unterwegs?“ Aber bremsen war auch keine Option, also weiter. Am Streckenrand immer wieder tolle Zuschauer, die einem zugrölten, pfiffen, klatschten. Motivation pur.

Es lief reibungslos. Zwischendurch versuchte ich immer wieder was zu trinken und zu essen. Klappte okay, war aber recht anstrengend. So viel, wie ich mir eingepackt hatte, brauchte ich jedenfalls nicht.

Jaa, und dann kam er: Mein Lieblingsberg (ich hasse Berge). Aber seltsamerweise ging der erste (große) Berg recht locker. Also ihr wisst schon, wie ich meine: Tat schon weh, war aber okay. Zu meiner Überraschung zogen wir an den meisten Fahrern links vorbei. Whoop whoop. Kleines Erfolgserlebnis. Danach meldeten sich die Beine aber … unglücklicherweise kam nochmal ein Anstieg, puh. Irgendwie ging der dann auch irgendwann vorüber, ich merkte aber, dass die Kraft langsam nachließ. Gut, es waren auch nur noch 5 Kilometer zu fahren. Hier kam dann aber immer wieder der leise Gedanke von „warum mache ich das nochmal?“ auf.

Rennmodus

Der Schlusssprint:

Auf dem letzten Kilometer fing leider die Wade nochmal schön an zu krampfen. Um einen peinlichen Abstieg auf der Zielgerade zu vermeiden, habe ich daher mit links versucht den Krampf zu lösen – und mit rechts weitergetreten. Ich musste nicht absteigen. Und ja, ich kam tatsächlich mit einem Lächeln im Gesicht ins Ziel. Geschafft!

Fazit

 Es hat natürlich Spaß gemacht und ich freue mich bereits auf das nächste Rennradrennen! Im Folgenden noch eine kurze Auflistung der Tops und Flops:

Top:

  • Manchmal sollte man nicht zu lange fackeln, sondern sich einfach anmelden.
  • Meine Vorbereitung hätte zwar besser sein können, war aber total okay für die Strecke.
  • Es war MEGA einfach mal ohne Ampeln durchzufahren!
  • Outfittechnisch war ich glaub ganz gut ausgestattet: Hatte weder zu viel noch zu wenig an.
  • Alle Utensilien sich einen Tag vor dem Rennen hinzulegen, kann ich nur empfehlen
  • Trinken und mal was essen zwischendurch ist super wichtig: Das hat fürs erste Rennen gut geklappt.
  • Nicht zu schnell starten und am Berg mein Tempo gefahren: Check.

Flop:

  • Ich hatte ein wenig zu viel Essen dabei. Das nächste Mal reicht ein Gel. Notiz an mich: Nochmal unterschiedl. Gels testen (auf Verträglichkeit)
  • Bergtraining: Ich bin früher auch schon immer viel auf dem Fahrradergometer in gleicher Geschwindigkeit gefahren, daher verliere ich am Berg viel Energie. Mein Trainingsziel: Immer mal wieder Intervalle und Berge einbauen. Der Körper muss sich auch an viel Watt gewöhnen …

Verdientes Bier nach dem ersten Radrennen

 

Hi, ich bin Maren. Neben meinem Fulltime-Job in der Medienwelt blogge über gesundes Essen, Bauchproblemen dank Unverträglichkeiten und meiner Reiselust. In den letzten Jahren habe ich am eigenen "Leibe" erfahren, wie Bauchprobleme und Wohlbefinden zusammenhängen. Früher probierte ich viele Diäten und hatte ein strenges Sportprogramm. Heute ist mir mein Wohlbefinden und zu leben wichtiger. Wie so oft: Die Mischung macht´s! Studiert habe ich übrigens Sportwissenschaften, weshalb das Thema Fitness hier immer wieder vorkommen wird! :) Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen und freue mich über Feedback!

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