Manila: Philippinen

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Stopover Manila: Was du nicht verpassen solltest

Manila ist laut, dreckig und erinnert mich vom Sicherheitsgefühl stark an Städte in Südamerika. Doch Manila ist mehr. Warum es sich lohnt ein oder zwei Tage länger in Manila einzuplanen.

Zugegeben: Manila gehört sicherlich nicht zu meiner Lieblingsstadt. Es ist neben Cebu Dreh- und Angelpunkt für eine Philippinen-Reise. Oft wird von Manila abgeraten, doch es hat durchaus Interessantes zu bieten.

Grauenvoller Start in ManilaStau in Manila

Mein Start mit Manila war desaströs. Ich kann es nicht anders sagen. Ein kleiner Schwenk aus meiner ersten Manila-Nacht: Ich kam nachts um 11 nach 20 Stunden Anreise in Manila an (ja, ich weiß, irre). Allein die Anreise nach Manila war bereits kräftezehrend genug. Ich hatte null Schlaf aufgrund von schreienden Kindern im Flugzeug und war zwischendurch 10 Stunden in Peking bei -5 Grad unterwegs. Ich war fix und fertig und froh, direkt ein Taxi zu finden. Nach 10 Minuten Fahrt ging auf Manilas Straßen jedoch kaum mehr weiter. 2 Meter vor, Stopp, 5 Minuten warten, 5 Meter vor,…! Der Taxifahrer schlief bei jedem Stopp ein. Später erfuhr ich, dass er seit über 20 h bereits arbeitete. Eine Stunde später die Ernüchterung. Ich würde in dieser Nacht vermutlich nicht mehr im Hostel ankommen.

Hilfe, was tun?

Was also tun? Umdrehen! Die Straße war aufgrund eines Events am nächsten Tag komplett gesperrt und natürlich kamen nicht nur wir auf die Idee umzudrehen. ‚Netterweise‘ öffnete man uns den Weg in eine dunkle Seitenstraße. „No worry“ meinte Mr. Taxidriver und wies daraufhin, dass ich jetzt die Türen verschließen soll. Nöö klar, „kein worry“, schließlich sitze ich ja nicht komplett allein als kleines, blondes Mädel nachts in einer der gefährlichsten Städte der Philippinen in einem Taxi, das durch die absolute ‚Local-Gegend‘ fährt. Oh man! Der Taxifahrer warnte mich auch noch davor hier jemals hinzufahren: „Keine Gegend für Touristen, ausrauben,…“ Klingeling: Thema Ausrauben. Das brauche ich nicht nochmal.

Ich war dann doch sehr froh, dass wir die Fahrt durch die kleinen, dunklen Straßen mit seltsamen Blicken hinter uns hatten. Zum Glück klapperte der Taxifahrer telefonisch noch ein paar Hotels ab, die in meiner Preisspanne lagen. Mir war es zwar mittlerweile fast egal wohin – nur schnell! Er setzte mich dann tatsächlich in einem Hotel in der Nähe des Flughafens ab – kein Schnäppchen – nicht sehr schön, hellhörig, aber egal. Hauptsache Bett! An Schlaf war jedoch nicht zu denken. Um halb 3 Uhr war ich da und um 5 Uhr schaute ich mir eine Tiersendung nach der anderen an. Natürlich wurde ich genau dann müde, als ich tatsächlich aufstehen musste, um meine Reisepartnerin vom Flughafen abzuholen. 2 Tage, zusammen 4 h Schlaf – ich wunderte mich, wie gut ich trotzdem noch funktionierte. So viel zu meinem Start in Manila…

Was sind die Standard-Sehenswürdigkeiten in Manila?Bus Philippinen Manila

  • Nationalmuseum (National Museum of the Philippines)
  • San Agustin-Kirche (/Museum)
  • Manila Ocean Park
  • Chinatown Manila
  • Paco Parc Manila
  • Fort Santiago (Festung)
  • Diverse Einkaufszentren wie die Mall of Asia
  • Nord-Friedhof

Um ehrlich zu sein, haben wir uns in Manila kaum Standard-Sehenswürdigkeiten angesehen. Was beeindruckend sein soll (ich war nicht selbst da), ist der Nord-Friedhof. Dort haben mehr als 3.000 obdachlose Filipinos in den Grabstätten Unterschlupf gefunden. Es ist mittlerweile eine Stadt für sich.

Was mich in Manila erschrocken und beeindruckt hat

Zunächst einmal war ich erschrocken, wie viel Armut in Manila herrscht. Es erinnerte mich tatsächlich an sehr an Rio de Janeiro oder Sao Paulo, teilweise sogar schlimmer. Vielleicht war ich nach dem Südamerika-Urlaub noch etwas schreckhaft, aber das seltsame Gefühl nicht sicher zu sein, ließ mich in Manila nicht los. Meiner Reisepartnerin ging es genauso. Nichsdestotrotz wollten wir in der kurzen Zeit Manila etwas erleben. Und zwar nicht nur das Standard-Touri-Programm. Von der Freundin einer Freundin wurden wir auf das Projekt „True Manila“ aufmerksam. Dieses Projekt beeindruckte uns wie nichts anderes in Manila. Zudem machten wir noch einen Abstecher zum Vulkan Taan, der sich 50 Kilometer außerhalb von Manila befand.

True Manila – die etwas andere Tour durch Manila

True Manila PhilippinenWas passiert hier? Wo sind wir? Wir waren tatsächlich sehr überrascht, als wir abgeholt wurden und mit einem Van durch Manila in eine Art Slum chauffiert wurden. Die Ansage der Freundin war: „Dann kann euch Emily ein wenig die Stadt zeigen.“ Was dann kam, glich jedoch keiner normalen Stadttour. Wir mussten ein T-Shirt anziehen mit der Aufschriff ‚True Manila‘. Damit soll erkennbar sein, dass wir zur Gruppe gehören – ist so sicherer. Aha?! Nochmal: Was ist das genau für eine Tour nochmal? Glücklicherweise kamen dann noch weitere der Gruppe dazu, die englisch sprachen. Okay, also irgendeine Führung durch die ‚Unterwelt‘ Manilas? Es ging dann tatsächlich runter – unter eine Brücke, bei der es“Wohnungen“ der besonderen Art zu sehen gab.

Dutzende Menschen lebten hier in einem Gang. Links und rechts ging es zu Zimmern ab, die durch Pappe und Holz voneinander getrennt waren. Über uns Stromkabel, unter uns Erde. Selbst ich musste den Kopf einziehen und das heißt was! Wahnsinn, wie Menschen so leben können! Es war eng, nass, voll mit Menschen, die in den Räumchen aus Pappe und Holz saßen. Wir verteilten eifrig Brot, was die Gruppenführer uns noch hastig in die Hand gedrTure Manila Tour Philippinenückt hatten.

Was ist die True Manila-Tour?

Am anderen Ende der Brücke dann die Auflösung was das ist: Die True Manila-Tour wird von den Entwicklungshelfern organisiert, die immer wieder kleine Gruppen in Armutsvierteln mitnehmen und zeigen, wie die armen Menschen leben. Die Tour zeigt das wahre Manila. Als Touristen wie wir ein Kapitel, das wir sonst nicht zu Gesicht bekommen.

Normalerweise ist es als Tourist zu gefährlich in diese Gegend zu gehen.

Dadurch, dass die Tour sehr regelmäßig gemacht wird und Brötchen oder Süßigkeiten verteilt werden, werden die „True Manila“-Gruppen geduldet. Jetzt macht auch das T-Shirt – als Erkennungszeichen Sinn.Ture Manila Kinder Philippinen

Nach dem kleinen Schock und den Bildern, die sich stark in das Gedächnis eingebrannt haben, ging es weiter zu einer Art „Spielplatz“ – auch wieder eine Gegend, die man als Tourist besser nicht betritt. Dort erwarteten uns eine Kinderschar. An diesem Ort wohnen wohl auch sehr arme Leute, aber nicht ganz so arm wie in dem Lager unter der Brücke.True Manila Gruppenbild

Dort verteilten wir wieder Süßes, sprachen und spielten mit den Kids.  Es war eine wahnsinnig prägende Erfahung dort! Bei Dämmerung ging es dann wieder zurück. Nach dieser Tour (bei der wir leider nur 2 Orte aufgrund der Verspätung gesehen haben),ging es zusammen essen und reden… Uns wurde erklärt, warum diese Touren gemacht werden und wie das zustande kam. Ein wahnsinnig einprägsames Erlebnis, das ich jedem nur ans Herz legen kann!

Vulkan Taal bei ManilaPferd Vulkan Taal Manila

Solltest du noch einen Tag Zeit haben, so kann ich dir den Vulkan Taal sehr empfehlen. Wir sind mit dem Taxi zur Tuk Tuk ManilaBusstation gefahren und dann in Richtung Vulkan.

Achtung: Der öffentliche Bus fährt nicht direkt bis zu dem Vulkan. Du musst als noch eine Tuk Tuk-Fahrt sowie eine Bootsfahrt einplanen, wenn du in den Vulkan hineinsehen möchtest. Nach der Fahrt mit dem Bus und Tuk Tuk, geht es also mit dem Boot in Richtung Vulkan. Anschließend geht es zu Fuß oder mit dem Pferd (wird geführt) auf den Gipfel. Vorort verkaufen die Damen überall Mundschutz, da es ein wenig staubig werden kann. Wir haben es nicht gebraucht …

Die Sicht über den Vulkan ist einfach gigantisch. Ausgebrochen ist er übrigens seit 1910 nicht mehr.

Vulkan Taal Philippinen Manila

Philippinen Vulkan

Hi, ich bin Maren. Neben meinem Fulltime-Job in der Medienwelt blogge über gesundes Essen, Bauchproblemen dank Unverträglichkeiten und meiner Reiselust. In den letzten Jahren habe ich am eigenen "Leibe" erfahren, wie Bauchprobleme und Wohlbefinden zusammenhängen. Früher probierte ich viele Diäten und hatte ein strenges Sportprogramm. Heute ist mir mein Wohlbefinden und zu leben wichtiger. Wie so oft: Die Mischung macht´s! Studiert habe ich übrigens Sportwissenschaften, weshalb das Thema Fitness hier immer wieder vorkommen wird! :) Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen und freue mich über Feedback!

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