Uruguay

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Eine Woche Backpacking Urguguay

Beschaulich, Natur, Entspannung und Strand – das erhofften wir uns von Uruguay. In einer Woche standen 3 Städte auf dem Reiseplan.

Los ging es in Colonia del Sacramento, einem hübschen Städtchen, das vor allem für eine malerische Altstadt bekannt ist. Wir hatten hier nur einen Tag Aufenthalt, was jedoch völlig ausreichend war.

Leider, leider habe ich keine Bilder mehr von der Stadt, da ich meine Daten das letzte Mal in Buenos Aires gesichert hatte und in Montevideo meine Kamera geklaut wurde. Doch dazu später mehr.

Colonia del Sacramento ist durch eine schnelle Fähre von Buenos Aires gut erreichbar. Und was soll ich sagen? Das Städtchen in Uruguay ist einfach wunderschön: Kleine Gässchen, hübsche Häuschen, von Blumen umrankt und jede Menge schöner Plätze. Einer gemütlicher als der andere. Nach ein paar Stunden hatten wir jedoch alle Ecken durch und fuhren weiter in Richtung Montevideo.

Montevideo-Supergau – nichts für kleine Mädchen

Südamerika ist ein anderen Pflaster als Europa. Diese Erfahrung musste ich leider hautnah erfahren. Ich hörte diverse Überfall-Geschichten während meiner Südamerika-Reise. Doch wieso sollte das gerade MIR passieren? Doch der Reihe nach.

Wir kamen abends von Colonia del Sacramento in Montevideo an und fuhren schön artig mit dem Taxi ins Hostel, das uns unmittelbar vor

Montevideo, Uruguay
Montevideo, Uruguay vor unserem Hostel

dem Hostel rausließ. Wir fragten den Taxifahrer sogar, ob er wartet bis jemand die Tür öffnet. Nach kleinen Verständnisschwierigkeiten und einem kleinen Telefonat mit seiner Freundin, die ihm wiederum erklärte, er soll warten, lief alles problemlos ab. Das Hostel stellte sich als nette, grüne Oase heraus – mit hohen Decken, überall Pflanzen und einem wahnsinnig freundlichen Personal.

Uruguay: Start in den Tag mit einem deutschen Frühstück

Wir fühlten uns pudelwohl und planten am nächsten Tag direkt einen Stadttrip. Der Hostelbesitzer stellte sich beim Fruehstueck sogar als Deutscher heraus, weshalb es ein superleckere „richtige“ Brötchen gab. Nach dieser Stärkung gab er uns noch viele Tipps für die Stadt an die Hand – inklusive eines Gutscheins für ein Getränk in einem Pub – ganz um die Ecke. Da wir bisher eher selten abends weg waren, fanden wir die Idee sehr gut, zumal dort Live-Musik gespielt wird.

Raue Melancholie, veraltete Restaurants und ein paar Touris

Strand in Montevideo, Uruguay
Strand in Montevideo, Uruguay

Der Trip durch die Stadt war nicht ganz so interessant wie wir uns vorgestellt hatten. Der Strand okay, die Stadt nicht unbedingt

Montevideo, Uruguay: Hingucker zwischen alten Hochhäusern
Montevideo, Uruguay: Hingucker zwischen alten Hochhäusern

ansehlich. Alles schroff, ohne Eitelkeit. Am sehenswertesten war da noch die Altstadt, in der wir wohnten. Abends machten wir uns dann zu einer hervorragenden Pasta in einem schäbig-schicken Restaurant in „unserem Viertel“ auf. Vielleicht hätte es uns schon etwas skeptisch machen sollen, dass das Restaurant um 9 Uhr bereits die Rolläden runterfährt. Gestärkt sind wir danach in den Pub gelaufen, der nur die Strasse rauf, etwa 200 m von unserem Hostel entfernt war.

Dort spielte eine sehr gute Band. Natürlich haben wir ausgerechnet hier das erste Mal abends die Kamera mitgenommen. Um halb 12 hat uns jedoch die Müdigkeit überrannt. Wir beschlossen vor Konzertende zu gehen und überlegten noch ein Taxi zu nehmen … allerdings 200 m – und es waren einige Touristen unterwegs. Was sollte da passieren?! Da scherzten wir noch darüber, was wir machen würden, wenn was passiert.

Überfall in Uruguay

Blöderweise sind wir etwas weiter den Weg runtergelaufen. Alles sah irgendwie gleich aus. Wir merkten allerdings schnell, dass wir zu weit waren und drehten wieder um. Eine Gruppe von Jungen fragten noch wohin wir wollen – und schickten uns direkt in die falsche Richtung. Gleich da wurde uns bewusst, das da etwas nicht stimmen kann. Runter ging es nur in einsame Gassen. Schnellen Schrittes gingen wir dann wieder Richtung Hostel als Julia plötzlich nur noch „Achtung“ schrie und mir von hinten jemand die Tasche wegriss, bzw.

Uruguay, Montevideo vor dem Hostel
Uruguay, Montevideo: Ort des Überfalls

wegreissen wollte. Ich hatte sie fest um die Schulter geschlungen. Ich selber weiss nicht, wie dieser Typ aussah, nur, dass ich auf dem Boden lag und der Typ wie wild an der Tasche gezogen hat. Bruchteile von Sekunden, die mir wie eine Ewigkeit vorkamen, in denen ich entschied loszulassen, bevor er gewalttätig wurde. Wir sahen nur noch Münzen durch die Luft springen … alles andere weg. Foto, Iphone, Geldbeutel mit Kredikarten Perso und Führerschein.

Wut, Panik und Ungläubigkeit

Julia klingelte schon am Hostel. Wir standen ja direkt davor, bis die Meute Typen, die uns den Weg falsch erklärt hatten plötzlich noch auf uns zukamen. Da kam erst richtig Panik auf. Nach einer gefühlten Ewigkeit öffneten sich endlich die Türen. Ich kann nicht beschreiben was in uns vorging. Angst, Verzweiflung, Ungläubigkeit, Wut. Und alles auf einmal. Und dann erst einmal zu realisieren, was alles fehlte. Unendlich viele Fragen: was hätte man anders machen können…Wut auf uns selber. Aber half alles nicht. Ich sperrte sofort die Bankkarten. Glücklicherweise sprach der Hostelbesitzer deutsch und rief sofort die Polizei. Die rückten gleich mit einer Truppe an und versuchten wohl noch die Tasche oder die Typen zu suchen. Julia konnte den Typen auch nur noch bruchstückhaft beschreiben, da alles so schnell ging – und mir war eh nichts mehr anzufangen. Die Polizei nahm uns dann mit und nahm alles auf. Unter anderem die Frage, mit welcher Busgesellschaft wir nach Uruguay gereist sind?? What the…?!?! Die Nacht, die nur noch aus wenigen Stunden bestand, da wir das Busticket nach Punta del Este für morgens gebucht hatten, war unruhig. An Schlaf nicht zu denken. Immer wieder Bilder von einem Typen, der von hinten kommt und einen packt. Die furchteinflößenden Typen, die auf uns zukamen.

Der Schock saß tief und wir waren heilfroh morgens aus Montevideo verschwinden zu können. Das Taxi holte uns direkt vor dem Hostel ab. Gott sei Dank hatte Julia ihre Sachen noch, weshalb wir wenigstens ein Handy und Geld hatten.

Erholung in Punta del Este

Sundowner in Punta del Este, Uruguay
Sundowner in Punta del Este, Uruguay

Punta del Este ist ein Schickimicki-Städtchen – soll aber sehr sicher sein. Ausschlaggebend für uns. Wir landeten tatsächlich im supermega touristischen Teil von Punta Del Este. Genau das Richtige jetzt. Die Atmosphäre entspannt, aber belebt. Viele Touri-Läden, schöner Strand, viele Leute. Uns gefällt schicki-micki. Man kann nicht sagen, dass wir uns superwohl fühlen. Wir sehen hinter jeder Ecke einen Schwerverbrecher, aber die Wahrscheinlichkeit ist hier wohl deutlich geringer.

Strand in Punta del Este, Uruguay
Strand in Punta del Este, Uruguay

Es gibt mehrere weitläufige Strände, wenige Wohngebiete, dafür mehr Hotels und Hostels. Ideal für uns, um den Schock zu verarbeiten. Für uns gab es Strand, Sonne und Erholung. Fertig! Nicht mehr und nicht weniger. Und so werden wir es noch morgen machen – und übermorgen. Anschließend geht es über Porto Alegre direkt weiter nach Florianopolis. Nur noch Strand, essen, schlafen. Und abends nach 8 nicht mehr raus.

Hand im Strand, Montevideo Uruguay
Hand im Strand, Montevideo Uruguay

Hi, ich bin Maren. Neben meinem Fulltime-Job in der Medienwelt blogge über gesundes Essen, Bauchproblemen dank Unverträglichkeiten und meiner Reiselust. In den letzten Jahren habe ich am eigenen "Leibe" erfahren, wie Bauchprobleme und Wohlbefinden zusammenhängen. Früher probierte ich viele Diäten und hatte ein strenges Sportprogramm. Heute ist mir mein Wohlbefinden und zu leben wichtiger. Wie so oft: Die Mischung macht´s! Studiert habe ich übrigens Sportwissenschaften, weshalb das Thema Fitness hier immer wieder vorkommen wird! :) Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen und freue mich über Feedback!

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